Allzeithoch bei Gold als Vorbote für Zinssenkungen der Notenbanken
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Nach einem Rückgang Mitte November überschritt der Goldpreis pro Unze am 27. November 2023 wieder die 2.000 USD-Marke.

Gleich am darauffolgenden Tag stieg der Preis noch weiter an und knackte das Allzeithoch aus dem Sommer 2020 mit 2.075 USD pro Unze Gold dann am 4. Dezember 2023 mit einem Preis von 2.135 USD pro Unze. Damit ist der Goldpreis in den letzten 2 Monaten um mehr als 14 Prozent angestiegen. Ende des Jahres 2022 kostete eine Unze Gold hingegen nur etwa 1.800 USD.

Die Attraktivität von Gold steigt in Krisenzeiten

Gold ist äußerst vielseitig als Anlageoption, da es sowohl ein Sachwert zur Absicherung des Vermögens ist als auch zum Erhalt der Kaufkraft geeignet ist. Somit ermöglicht es eine wirksame Diversifizierung und das ganz besonders während finanzieller Turbulenzen.

Gold gewinnt somit auch aktuell rasant an Attraktivität, was vor allem an den wachsenden Erwartungen von Zinssenkungen im kommenden Jahr liegt aber wohl auch an dem besorgniserregenden Konflikt in Nahost.

Der jüngste Anstieg des Goldpreises wurde am Markt ebenfalls mit wachsenden Bedenken über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung erklärt, denn die Steigerung des Goldpreises verdeutlicht die befürchtete Konjunkturschwäche.

Die aktuell steigenden Preise sollten jedoch keinesfalls von regelmäßigen Goldkäufen abhalten, wenn man sein Vermögen schützen möchte. Wer langfristig und regelmäßig Gold kauft, sichert seine Kaufkraft.

„Wenn ich Geld erst anspare und dann einmalig Gold kaufe, dann kann ich Glück haben und einen relativ günstigen Kurs erwischen. Ich kann aber auch Pech haben und einen relativ hohen Kurs erwischen. Beim regelmäßigen Kauf von Edelmetallen nutze ich automatisch den Cost-Average Effekt.“

Dr. Franz Hölzl im Neujahrs-Interview 2022

Mögliche Zinssenkung durch die Notenbanken in 2024

Der Zinsgipfel in den USA könnte tatsächlich erreicht sein und die Aussage der US-Notenbank sowie der EZB, dass die deutlich gestiegenen Zinsen zur Inflationsbekämpfung für einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau bleiben würden, sich als für die Wirtschaft nicht haltbar erweisen.

Es scheint aktuell so, dass die US-Notenbank (Fed) ihr Ziel, die Inflation zu senken, weitgehend erreicht hat, ohne dabei das Wirtschaftswachstum stark zu bedrohen. Bei einem Wirtschaftswachstum von ca. 2,1 Prozent in diesem Jahr sank die US-Inflationsrate von 7,7 Prozent im Oktober 2022 auf 3,2 Prozent im Oktober 2023. Im Juni 2022 erreichte sie noch besorgniserregende 9,1 Prozent.

Schwächere Wachstumsprognosen für 2024, die extrem hohe Verschuldung der USA sowie die rückläufige Inflation könnten die Fed somit dazu veranlassen, eine Kehrtwende in der Zinspolitik zu beginnen. Der aktuelle Zinssatz ist mit 5,25 bis 5,5 Prozent der höchste seit 22 Jahren. Eine Senkung um wenigstens 0,25 Prozent liegt damit nicht im Bereich des Unwahrscheinlichen.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Europäische Notenbank (EZB) dann folgen wird, auch wenn sich die Situation derzeit in der EU anders zeigt. Bisher ist sie stets den Entscheidungen der Fed gefolgt – sowohl bei der Zinserhöhung als auch bei der Entscheidung, die Zinsen vorerst nicht mehr weiter zu erhöhen.

In der EU verzeichnete die Inflationsrate von Oktober 2022 zum Oktober 2023 zwar ebenfalls einen starken Rückgang von 10,4 auf 2,9 Prozent. Das Wirtschaftswachstum ist jedoch mit in etwa 0,6 Prozent im Jahr 2023 erheblich geringer im Vergleich zu den USA.

Deutschland – das Sorgenkind der EU

Laut der aktuellen IWF-Prognose droht Deutschland als Konjunkturschlusslicht der EU eine langwierige Rezession. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der regelmäßig 9.000 deutsche Unternehmensmanager befragt, lässt dies ebenfalls befürchten.

Deutschlands erdrückende Staatsschulden und das rückwirkende Aussetzen der Schuldenbremse für 2023 und wahrscheinlich auch für 2024 macht die Situation noch bedrückender. In anderen EU-Ländern ist die Verschuldung gar noch dramatischer.

Außerdem verzeichnet Deutschland aktuell eine kontinuierliche Zunahme seiner Staatsverschuldung, die von einem Rekord zum nächsten führt. Dies ist vorrangig auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen, jedoch spielen auch versäumte Strukturreformen und Sparbemühungen eine bedeutende Rolle.

Die Kombination aus bescheidenem Wirtschaftswachstum und erdrückenden Staatsschulden, unterstreicht die Dringlichkeit, auch in der Eurozone im kommenden Jahr die Zinspolitik wieder zu justieren.

Die Notenbank der EU genauso wie die der USA sehen keine andere Lösung dafür, die hohe und stetig steigende Verschuldung anders als mit langfristig niedrigeren Zinsen zu bewältigen.

Sowohl Wirtschaftsvertreter wie Politiker setzen die Notenbanken zunehmend unter Druck, die Zinsen ab 2024 schrittweise wieder zu senken, um in der EU einen potenziell noch härteren Wirtschaftsabschwung abzufedern und in den USA einer möglichen Rezession entgegenzuwirken.

Die Inflation wird langfristig bleiben

Für die Bürger bedeutet dies, dass die Inflation wahrscheinlich langfristig deutlich über zwei Prozent bleiben wird. Zudem werden Staatsanleihen in der Zukunft aller Voraussicht nach geringere Renditen bieten.

Aktuell liegt der Zinssatz im EZB-Gebiet bei 4,5 Prozent. Ein mögliches Absinken der Zinsen in 2024 könnte hier die Inflation, genauer gesagt die Stagflation, stärker antreiben als in den USA. Und bei einem tatsächlich eintretenden Zinsrückgang ist mit einem noch deutlich stärkeren Anstieg des Goldpreises zu rechnen.

All diese Faktoren sprechen die deutliche Sprache, das eigene Portfolio mit mehr Gold und auch Silber abzusichern.

„In Krisen, egal in welchen, suchen Menschen immer nach Sicherheit. Damit haben in Krisen immer Sachwerte wie beispielsweise Gold, die Sicherheit gegen Kaufkraftverluste des investierten Geldes bieten, Hochkonjunktur.“

Dr. Franz Hölzl, Vorstand der Auvesta Edelmetalle AG